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Studienreise Österreich - Motorrad - vom 02.-06.05.2004

Werner Gerhard, Hattenheim

Nach der stressigen und langen Tour im Jahr 2003 wurde beschlossen, im Jahr 2004 wieder eine etwas weinfachlichere und gemütlichere Tour durchzuführen. So wurde das Burgenland und Schottland vorgeschlagen (es kann ja auch mal Whiskey sein). Beide Fahrten versprachen reizvoll und ansprechend zu sein. Nach einem Treffen im Weinbauamt (es erscheinen nur ca. 1/3 der Kollegen) konnte man sich nicht auf eine Fahrt einigen. So wurde kurz beschlossen: machen wir halt beides (Klasse Vorschlag). Aus beidem wurde letztendlich die Tour Österreich. Die 6 Teilnehmer waren hauptsächlich die Gruppe der „Weicheier“ (zu langsam, zu gemütlich, zu wenig km/Tag, zu pünklich ...). Man einigte sich, die Zimmer übers Internet zu buchen. Diese Verfahrensweise machte die Vorbereitung noch spannender.

Am 2. Juni erfolgte die Abfahrt pünklich um 6:00 Uhr ab Hattenheim mit 6 Personen (5 Motorräder). Über die Autobahn ging es Richtung Nürnberg bis zur Raststätte Geiselwind. Nach einigen Runden (10 min.) über den Parkplatz (wo gehen wir hin) einigte man sich auf ein gutes Frühstück im Restaurant. Nach einer Guten Stunde und Frühstück erfolgte die Weiterfahrt über die Autobahn Richtung Regensburg - Passau.
Die Grenze nach Österreich wurde bei leicht einsetzendem Regen überquert. Auf Landstrassen ging es entlang der Donau. Am Donauknie bei Schlögen hielten wir an und man beschloss, dass es mal wieder Zeit ist um etwas zu essen. Man war schließlich schon 500 km und 6 Stunden unterwegs. Bei einem ausgiebigem Mittagessen (1 ½ Stunden) sah man dann entspannt der wieder trockenen Strasse entgegen. Unser 1. Ziel war Krems in der Wachau und noch 200 km Landstrasse entfernt. Nach schöner, kurvenreicher Strecke entlang der Donau erreichte man Krems um 17:45 Uhr. Nach kurzer Suche entdeckten wir dann unser Domizil inmitten der Weinberge oberhalb von Krems.

Ein „Hallo“ des Wirtes brachte die 1. Überraschung. „Wir sind belegt, fahren Sie mir nach. Sie müssen bei einem Kollegen schlafen.“ Beim Zustand unseres Gastgebers und seines Hundes war dies bestimmt auch besser so. Übernachtet wurde dann im Weingut Zöhrer oberhalb von Krems. Nach gutem Abendessen und reichlich Wein beschloss die Gruppe am nächsten Tag Richtung Tschechien und ungarischer Grenze über kleine Landstrassen bis zu unserem 2. Ziel nach Rust am Neusiedlersee zu fahren. Aber es kam etwas anders als wir dachten. Nach reichlich Schlaf (Weicheier !! Anm. Bollig) und Frühstück fing es an zu regnen – Auf Tipp des Wirtes beschlossen wir, nach Langenlois zu fahren und die Weinerlebniswelt „Loisium“ anzusehen. Auch hofften wir, dass es dann wieder aufhört zu regnen. Nach 15 min Fahrt sahen wir dann auch schon das riesige, silber glänzende Gebäude inmitten der Weinberge. Besonderen Dank gilt hier der EU für die Unterstützung in Form von einigen Mill. Euro. Im Gebäude - € 9,-- Eintritt – befindet sich eine Weinerlebniswelt der etwas größeren Art: 1 Kellerei, 1 Vinothek mit Weinen aus Österreich und zahlreiche unterirische alte Weinkeller. Nach großem Staunen (man weiß nun wie man sich als Traube fühlt) und „aha“ ging es nach ca. 2 Stunden wieder weiter. Zum großen Entsetzen wurde der Regen aber immer kräftiger (wie war das mit Wetter und Kleidung ?). Man beschloss trotzdem die Weiterfahrt durchs reizvolle Kamptal Richtung Tschechei. Allerdings spielte der Wettergott mehr gegen als mit uns. So wurde der kürzeste Weg nach Rust eingeschlagen.
Nach 4 Stunden Fahrt ohne Pause (ich seh nichts mehr, ich komme aus der Badewanne, es könnte langsam aufhören zu regnen) kam man endlich in Rust an. Mittlerweile hatte es dann sogar aufgehört zu regnen. Nach beziehen der Zimmer (Weingut Haberhauer) und einer warmen Dusche ging es dann in den Schankraum des Weingutes.

Nach testen der Weine (lass uns gehen es kann nur Besser werden) beendete man den Tag gemütlich beim Rundgang einiger Gutsschänken und reichlich Wein aber ohne Regen. Der nächste Tag begann wieder mit gutem Frühstück. Vor Antritt der Fahrt begann es dann allerdings wieder zu regnen. So beschloss die Gruppe quer durch Ungarn nach Slowenien zu fahren, in der Hoffnung, weiter südlich lässt der Regen nach. Da dies aber nicht der Fall war, fuhren wir schnell (ha, ha ..) weiter Richtung Gamlitz, unserem nächsten Ziel in der Steiermark. Dort wollten wir das Weingut Peter Skoff besichtigen, selbstverständlich verbunden mit einer kleinen Weinprobe. Nach großem Suchen (1/2 Stunde und nicht ganz einfach. – Anm.: wenn einfach dann nicht suchen!) trafen wir dort um 17:30 Uhr ein. Das Weingut liegt abseits der Straße in ca. 400 m Höhe und ist recht bekannt. Die Weinberge rund ums Haus sind alle begrünt und recht schwer zu bewirtschaften. Vater und Sohn zeigten uns den Betrieb und die Weinberge was für uns „Flachlandtiroler“ seht interessant war. Anschließend ging es zur kleinen Weinprobe. Man ist ja schließlich mit dem Motorrad hier.
Aus klein wurde mehr, aus mehr wurde noch mehr und die Weine waren gut. Gegen 21:30 Uhr beschloss man dann (schon sehr gut drauf) in der Pension anzurufen, man käme etwas später und ob es mit der Weinprobe noch klappen würde. Nach bejahen verließ man um 22:00 Uhr das Weingut Skoff bei bester Stimmung. Unser Weg führte über befestigte Weinbergswege (stockdunkel) ins Tal und das nächste Tal wieder hoch zu unserer Pension Weingut Birnstingl.
Der Tag endete mit einer Weinprobe und einem Gespräch mit dem Winzer um 24:00 Uhr (Anm. ziehe 1 Weichei zurück, gez. Bollig). Der nächste morgen begann bei super Aussicht und reichlich Frühstück noch gut. Wie gehabt fing es vor der Abfahrt wieder an zu regnen. Ein Teil der Gruppe fuhr mittlerweile als „Michelinmännchen“ durch die Gegend dank schöner Regenkombis (rund und rot) und sehr zur Freude der anderen in Goretex-Anzügen. So wurde wenigstens die Stimmung etwas erhalten. Bei durchwachsenem Wetter ging die Fahrt weiter über Deutschlandsberg, St. Leonhardt, Neumarkt, dem Sölkpass nach Bad Mitterndorf im Salzburgerland. Hier trafen wir ohne größere Pausen gegen 16:00 Uhr ein. Nach reichlichem Abendessen endete der Abend mit einer Diskussion über Fahrstil, Wetter und Erlebtem der letzten Tage. Am nächsten und letztem Tag der Tour fuhr die Gruppe außer mir und meiner Frau über die Landstrasse bis Straubing und dann über die Autobahn nach Hause. Wir entschieden uns bei trockenem Wetter zu einer Fahrt nach Graz und einem ruhigen Tag. Am 07.06. ging dann auch für uns die Heimreise über St. Johann, Zell am See, Kitzbühl zum Wilden Kaiser. Bei strahlender Sonne und langer Pause auf der neuen Wochenbrunner Alm bei Elmau bereiteten wir uns auch die Heimreise über die Autobahn vor. Nach 2.700 km und 5 Tagen kam man wohlbehalten im Rheingau an.Fazit der Reise: trotz sehr viel Regen kamen die Themen Geselligkeit, Weinbau und die Stimmung nie zu kurz.Für das Jahr 2005 wäre wünschenswert, wieder mit einer größeren Gruppe auf Reisen zu gehen. Nach dem Motto: „Man gönnt sich ja sonst nichts“ kann Weinbau auch mit Motorrad und Regen viel Spaß machen. Und als Rheingauer mussten wir feststellen, waren wir überall willkommen dank Riesling und Spätburgunder.
Weiterhin gute und unfallfreie Fahrt wünscht Werner Gerhard, Hattenheim